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Southwest and Northwest
Von der mexikanischen zur kanadischen Grenze und zurück

Prolog
Lange haben wir es überlegt wollen wir noch einmal eine so grosse Reise unternehmen, denn mittlerweile sind wir beide über 75 Jahre alt geworden. Ja, reisen können wir momentan zwar schon noch und auch die Lust etwas Neues zu entdecken ist bei uns noch nicht abhanden gekommen. Nun kamen die Überlegungen wohin es denn gehen soll, denn im vergangenen Jahr haben wir uns fest vorgenommen noch einmal eine Reise nach Japan zu unternehmen.

Ja, Japan stand im vergangenen Herbst bis zu den Weihnachtstagen im Vordergrund. Da wurde schon in den Reiseführern geblättert und im Internet recherchiert. Doch irgendwie geschah das noch nicht mit letzter Konsequenz. Immer wieder überlegten wir, ob es drei Wochen Japan oder doch noch einmal sechs Wochen USA sein sollen. "Ach, der Dollar ist so tief und der Yen so hoch, wollen wir es nicht noch einmal mit den USA versuchen" hiess es plötzlich. Und so entschieden wir definitiv dieses Jahr noch einmal auf Japan zu verzichten und statt nach Osten erneut in Richtung Westen zu reisen.

Bald war klar, dass es noch einmal in den Westen der USA gehen soll. Etwas Südkalifornien mit Oceanside, La Jolla und San Diego musste natürlich dabei sein. Dann das Gebiet mit den roten Steinen und bei Helga kam der Wunsch auf einmal den Glacier Nationalpark zu besuchen. Nicht so einfach, das alles auf einen Nenner zu bringen. Auf dem Papier brachten wir nach langen Planungen doch noch eine Route zusammen, auf der alle die Wunschziele enthalten waren. Zudem musste darauf geachtet werden, dass es nicht allzu grosse dafür aber altersgerechte Tagestappen gab. Ob das durchgezogen werden kann, wird sich noch weisen.

So entstand schliesslich eine Route, die uns in folgende Staaten führen soll:

Kalifornien
Arizona
Utah
Wyoming
Montana
Washington
Idaho
Oregon
Nevada

Vieles ist natürlich wetterabhängig. Sollten die Wetteraussichten im Norden oben schlecht sein, behalten wir uns natürlich vor in sonnigere und wärmere Gebiete auszuweichen.

Nachdem wir als Reisezeitpunkt Ende Mai bis Anfang Juli festgelegt hatten, konnten die Flüge gebucht werden. Dieses mal als Prämienflüge in Business nach Los Angeles und wieder von dort zurück. Einziger Nachteil bei dieser Buchungsart ist, dass der Hinflug über Frankfurt geht. Aber so haben wir ja einmal Gelegenheit den Qualitätsservice der Lufthansa zu testen. Der Rückflug dagegen, sofern es nicht noch eine Änderung gibt, erfolgt mit der Swiss als Direktflug von LAX nach ZRH.

Das Auto, einen Standard-SUV haben wir bei National über www.usa-reisen.de gebucht.

Wir sind nach den Erfahrungen der letzten Jahre in Los Angeles natürlich gespannt darauf wie gut die Choice Line in Los Angeles bestückt sein wird.

 

23. Mai 2011 / 1.Tag
Emmental - Zürich – Frankfurt

 Im Gegensatz zu unseren früheren Reisen liessen wir den Abreisetag gemütlich angehen. Die Koffer waren bereits gepackt, so dass am Vormittag nur noch einige Kleinigkeiten zu erledigen waren. Zum Mittagessen kamen noch einmal die beiden Enkel, die in der letzten Woche von der Oma noch einmal so richtig kulinarisch verwöhnt wurden. So ohne Gehetze vor der Abreise ging es bei uns schon lange nicht mehr.

 urz nach halb drei nachmittags fuhr unsere Nachbarin Susi vor und führte uns zum Bahnhof. Mit der S-Bahn ging es nach Bern und dort gab es bereits den ersten Schock. Auf einem Bildschirm sahen wir, dass es im Bahnhof Aarau einen Personenunfall gegeben habe und da es hiess "Zugsverspätungen und –ausfälle sind möglich" war unsere Stimmung nicht allzu gut. Nun, der Intercity zum Flughafen Zürich fuhr pünktlich ab, doch als er bei Aarau die Fahrt verlangsamte ahnten wir schon schlimmes. Doch im Schritttempo fuhr er bei der abgesperrten Unfallstelle vorbei und so kamen wir bis zum Flughafen mit einer Verspätung von einer Viertelstunde davon.

Da wir von zuhause aus eingecheckt hatten brauchten bloss noch unsere Koffer abzugeben. Und weil sonst keine Passagiere dort waren wurde uns die Self-Service-Gepäckaufgabe eingehend erklärt.  Helgas Koffer wog 10 Kilo, meiner brachte es auf stolze 29,5 Kilo. Wir waren also noch längst im Limit von zweimal 32 Kilo. Der kurze Flug nach Frankfurt war on Time.

Der Flughafen Frankfurt ist so richtig was für Leute die Bewegung nötig haben. Wir legten irgendwo am Gate A40 oder A50 an und dann gab es den ersten grossen Hike unserer Reise. Nun, auch das schafften wir schliesslich und als wir endlich den Ausgang erreichten, erschien dort schon Knuth, der uns erwartete. Von Carmen sicher chauffiert, fuhren wir zum Steigenberger Airport Hotel, wo wir für eine Nacht gebucht hatten. Der Abend beim ersten Mini DA-Treffen unserer Reise verging viel zu schnell. Nur einen Rat an die Adresse des Steigenberger Hotels hätte ich schon noch: Wie wäre es, wenn ihr euren Gästen Messer zur Verfügung stellen würdet, die auch einen etwas hart gebackenen Pizzarand bewältigen können. Mein Swiss Army Knive war ja im Koffer und für einmal nicht auf Mann.

 

 
24. Mai 2011 / 2.Tag
Frankfurt – Los Angeles – Palm Desert

Um sechs Uhr morgens gab es Tagwache, ging es doch heute über den grossen Teich. Das Frühstücksbuffer im Steigenberger Hotel ist wirklich empfehlenswert und lässt keine Wünsche offen. Der nicht im Übernachtungspreis enthaltene Preis dafür ist mit 21.00 Euro pro Person dafür auch recht happig. Es wäre sicher günstiger gekommen mit leerem Magen zum Flughafen zu fahren und dort etwas einzunehmen.

 Vom SteigenbergerHotel fährt der Flughafen-Shuttle alle Viertelstunden was natürlich sehr angenehm ist. So trafen wir bereits um acht Uhr im Flughafen ein, angegeben war eine Boardingszeit um 09:10 Uhr. Nun konnte erneut eine kleinere Morgenwanderung beginnen und zwar über folgende Stationen: Bordkarte vorweisen, dann Passkontrolle, anschliessend Sicherheitskontrolle, nun kam ein längerer Hike in Richtung Gate C15 die wir auch mit der am Vorabend erworbenen Kondition sicher bewältigten. Vor dem Gate erneut eine Kontrolle von Pass und allen Papieren und endlich erreichten wir einen Sitzplatz, wo wir uns vor den erlittenen Strapazen etwas erholen konnten,

Um etwa 09:15 Uhr begann das Boarding was in meinen Augen nicht gerade eine gute Visitenkarte für die Lufthansa abgab. Zwar gaben sich die Damen alle Mühe, doch mal funktionierte der eine Kartenleser nicht, dann streikte auch der andere. Zwischendurch musste wieder alles von Hand eingetippt werden und das bei Passagieren für eine B747. Chaotische Zustände dafür ist noch zu anständig ausgedrückt. Da wir doch noch etwas bevorzugt behandelt wurden hielt sich bei uns der Leidensdruck in Grenzen.

Wegen der Isländer Aschewolke erfuhr die Flugroute eine Änderung. Zuerst ging es Richtung Paris um dann von der Normandie aus südlich der britischen Inseln Richtung Grönland zu fliegen. Von da an bis Los Angeles ging es auf der normalen Route. Bezüglich Reisekomfort in der doch schon etwas betagten Business der B747 möchte ich mich nicht allzu stark äussern. Doch etwas froh sind wir schon, dass wir den Rückflug wieder mit der Swiss machen können. Das Angebot und die Betreuung ist dort schon etwas anderes.

Mit einer Stunde Verspätung landeten wir endlich in Los Angeles. Gut, es hätte ja auch sein können, dass uns diese vermaledeite Aschewolke einen ganz groben Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Also waren wir doch froh endlich wieder amerikanischen Boden betreten zu können.

Immigration bedeutet, dass es einmal sehr kurz, das andere mal sehr lange dauern könnte. Da gleichzeitig mit uns noch einige andere Grossraumflugzeuge gelandet waren dauerte es halt wieder einmal lange, was ebenfalls für die Zollkontrolle galt.. Da wir als Erste aussteigen konnten waren wir dabei noch privilegiert, denn als wir die bekannte und äusserst "einladend" wirkende Halle verliessen, drehten noch haufenweise Koffern von unserem Flug ihre Runden auf dem Gepäckband.

Etwas schneller ging der erste Teil bei der National-Autovermietung. Doch als wir zur SUV-Choiceline gelangten hielt sich die Freude über das Dargebotene in Grenzen. Kein einziger Wagen mit 4WD. Also waren wieder einmal Gespräche mit dem Personal angebracht. Ich glaubte schon nicht mehr dass diese erfolgsversprechend abgeschlossen werden konnten, als doch der nette Herr – ich glaube es war der selbe wie im letzten Jahr – Mit einem Jeep Patriot um die Ecke kurvte. Besser das als nicht dachte ich, ein Scheinchen wechselte den Eigentümer und wir konnten uns endlich auf den Weg Richtung Palm Desert machen.

Wer schon am Spätnachmittag durch Los Angeles fuhr weiss was uns jetzt erwartete. Vier, fünf oder noch mehr Spuren nebeneinander quälten wir uns mit stop and go durch die Stadt. I105, CA 60 und I10 waren die nächsten Stationen. Da wir zu zweit in einem Auto sassen, konnten wir zwischendurch auch die Carpool-Lane benutzen. So langten wir erst um halb acht Abends in Palm Desert ein, wo wir wie in den letzten Jahren im Holiday Inn Express für zwei Nächte reserviert hatten.

Dinner gab es in bescheidenem Rahmen im Denny's, natürlich das Seniorenmenu. Zurück im Hotel wurde noch etwas Koffer ausgepackt ehe wir uns nach 24 Stunden unterwegs zur Ruhe begaben.

Gefahren: 230 Km


25. Mai 2011 / 3.Tag
Palm Desert

Ich weiss gar nicht was los war mit mir heute morgen. Ist das nun der Jetlag oder eine ganz simple senile Bettflucht? Halb drei Uhr als ich zum ersten mal richtig wach wurde, bis viertel vor sechs hielt ich es noch im Bett auf, dann stand ich auf. Nach einer intensiven Morgentoilette räumte ich noch einmal unsere Siebensachen um, denn etliches sollte wohl die nächsten Tage im Auto bleiben.

Das Frühstück im Holiday Inn in Palm Desert lässt für uns keine Wünsche übrig. Bacon and eggs hat es genügend und man ist gestärkt für den ganzen Tag. Noch ein wenig Organisationsarbeiten, auf dem sonnigen Balkon sitzen und schon bald war es elf Uhr. Wir hatten nämlich mit unserer Freundin Lisa einen gemeinsamen Tag vereinbart.

Zuerst ging es zum Wal-Mart wo wir uns mit den lebenswichtigen Dingen für eine sechswöchige Reise versorgten. Eine Kühlbox, Fix a Flat und weitere wichtige Dinge gingen in unseren Besitz über, Bei Vons besorgten wir uns die unerlässlichen Lebensmittel für ein überleben in der Wildnis wie Wasser, Cola, Whisky, Crackers, Brot, Käse und weitere Lebensmittel.

Nun ging es Richtung Talstation des Palm Springs Aerial Tramway. Eine Luftseilbahn scheizerischer Herkunft, die sich während der Fahrt dreht und zum San Jacinto State Park führt. Gut trainiert vom Vorbereitungscamp im Flughafen Frankfurt begaben wir uns auf zwei Wanderungen auf dem Desert View Trail und den Natural Trail. Leider war die Sicht in die Wüste und Richtung Palm Springs wegen dem starken Dunst äusserst schlecht. Doch auf der Höhe oben hat es Kilometer von allerdings schlecht beschilderten Wanderwegen, so dass sich die Wanderfreunde über der heissen Ebene von Palm Springs an der frischen Bergluft voll auf ihre Rechnung kommen.

Am Abend gab es unser traditionelles Dinner im Prime Chop House in Palm Desert zusammen mit Lisa und "unserer" ¨Ärztin Nathalie. Ein vollauf gelungener Abend bei einem ausgezeichneten Essen und interessanten Diskussionen bildeten so richtig den Start zu unserer morgen beginnenden Reise.

Gefahren: 80 Km

 

26. Mai 2011 / 4.Tag
Palm Desert – Joshua Tree NP – Twentynine Palms

 Erneut machte sich bei mir der Jetlag bemerkbar und ich hielt es bloss bis kurz vor sechs Uhr morgens im Bett aus. Nach dem Frühstück hiess es den "Patriot" reisefertig machen. Als Nachteil bei diesem Wagen erwies sich der Umstand, dass er hinten über keine getönten Scheiben verfügte und somit die Emmentalerschen Habseligkeiten offen da liegen. Wir behalfen uns als Abdeckung mit einem günstig im Walmart erworbenen grossen Badetuch. Eins erstes auftanken war ebenfalls angesagt. Während in Palm Springs und Umgebung überall 4,15 $ pro Gallone verlangt wurden erwischten wir eine Tankstelle, die uns den Saft für 3,93 $ lieferte.

Über die I 10 und den HWY  62 fuhren wir über Yucca Valley zum Joshua Tree Visitor Center wo wir uns einen neuen Jahrespass beschafften und uns für die Tour von 13:00 Uhr zur Keys-Ranch anmeldeten. Bis es soweit war erkundeten wir einige Stellen im Park und verschafften unserem immer noch glänzenden Fahrzeug ein erstes Staubfeeling auf der Queen Valley Road und der Bighorn Pass Road.


Die Tour zur Keys-Ranch machten mit uns bloss noch zwei weitere Paare mit. War wohl die eher kleine Beteiligung der Grund dafür, dass die Rangerin Pam uns im Eilzugstempo durch die ehemalige Farm des Eigenbrödlers Key mehr jagte als führte? Dabei gab es recht viel interessante Gerätschaften aus dem Leben dieses im Jahr 1963 verstorbenen Mannes zu sehen, doch keine 60 Minuten dauerte diese Tour. Mehr darüber kann man zum Beispiel hier lesen:

www.isaczermak.com/california-keys-ranch-joshua-tree-national-park.html

So hatten wir genügend Zeit Keys View zu besuchen, von wo man einen schönen Blick in die Ebene von Palm Springs werfen kann. Ein Blick, der allerdings durch starken Dunst getrübt war. Auch dem Cholla Cactus Garden wurde noch ein Besuch gewidmet. Allerdings hielten wir uns in gebührendem Respektabstand vor diesen Dingern, die wenn sie sich gestört fühlen, die allzu frechen Besucher anspringen. Das musste wohl auch ein Besucher erfahren haben, der das Gefühl hatte abseits der markierten Wegen bessere Bilder zu machen. Seine Partnerin hat ihm auf dem Parkplatz dann die erste Hilfe zukommen lassen.

In Twenitynine Palms hatten wir im Best Western Garden Inn & Suites ein Zimmer vorreserviert. Was für ein freundlicher Empfang als uns eröffnet wurde wir wären für ein kostenloses Upgrade vorgesehen. Die Suite hatte es in sich: Ruheabteil mit Fernseher, Couch und zwei Sesseln, Abstellraum für die Koffer um nur einige Dinge zu nennen.

Dinner gab es im "The Rib Co". Von aussen eine unscheinbare Holzbude und von innen recht einfach eingerichtet. Aber das Filet Mignon, das uns zu einem recht bescheidenen Preis aufgetischt wurde war ein Gedicht.

Gefahren: 269 Km

 

 
27. Mai 2011 / 5.Tag
Twentynine Palms – Sitgreaves Pass - Kingman

Nach der Nacht in unserer Luxussuite begaben wir uns erwartungsvoll zum Frühstück und auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Scramblet eggs, bacon und die Würstchen die ich am Morgen so liebe, gaben eine gute Unterlage um den Anforderungen des Tages gewachsen zu sein.

Nun, es gab eine Tagesetappe auf bekannten Pfaden. Ab Twentynine Palms ging es auf der Amboy Road und den National Trails HWY zur I 40 auf der wir bis Needles fuhren. Nach einem Tankstop in Needles (pro Gallone $ 4,29), verbunden mit einem "technischen Halt" für die Fahrzeuginsassen, ging es auf der AZ 95 und der Route 66 weiter Richtung Oatman.

Ich nehme an, Oatman kennen die meisten die sich schon oft in dieser Gegend herum getrieben haben. Wir kamen gerade recht zur 12-Uhr Schiesserei auf der Mainstreet. Da musste alles warten, bis dieser Spektakel für die zahlreichen Touristen beendet war. Und auch die freilaufenden Esel (vierbeinig), welche die zur Freude der Touristen frei in den Strassen herum laufen sind bestens bekannt.

Nun ging es über den Sitgreaves Pass nach Kingman wo wir bereits kurz nach drei Uhr Nachmittags im Best Western  Wayfarers Inn eincheckten. Nein, wir gingen anschliessend nicht an den Pool, sondern in den Walmarkt, um noch einige wenige Dinge einzukaufen. Dass dazu aber fast zwei Stunden benötigt wurden sei nur am Rande erwähnt.

Und wo geht man in Kingman zum Dinner? Ja, ihr habt es sicher erraten, natürlich ins nicht so weit entfernte Dambar Steakhouse, wo wir wieder einmal einen kleinen Bissen fein schmeckenden Fleisches zu uns nahmen. 

Gefahren: 320 Km

 

28. Mai 2011 / 6.Tag
Kingman – Oak Creek Scenic Road - Flagstaff

Die Würstchen zum Frühstück im Best Western Wayfarers Inn in Kingman sind tatsächlich nicht zu verachten. Auf alle Fälle benötigte ich noch einen kräftigen Nachschlag.

Für unsere Verhältnisse recht früh, nämlich schon vor neun Uhr waren wir schon wieder unterwegs. Auf der I 40 East ging es Richtung Flagstaff. Im Vergleich zum Autobahnfahren in Europa, besonders in Deutschland und der Schweiz ist das in den USA recht entspannend. Links und rechts kann man die Weite der Landschaft geniessen und die Sicht wird nicht durch Lärmschutzwände oder Erdwälle behindert.

Bereits nach einer Stunde waren wir in Seligman. Eine Ortschaft, die vom Mythos der berühmten Route 66 lebt und das auch ausgiebig zelebriert. Noch vor wenigen Jahren, bei unseren ersten Besuchen, war das eine kleine und verträumte Ortschaft mit einigen kleinen und netten Souvernirgeschäften. Doch was ist heute daraus geworden: Rummel pur und die Besucher werden mit Bussen heran gekarrt. In den Geschäften die grosse Hektik, denn bei unserem Besuch entleerten gerade drei dieser Transportungetüme ihren Inhalt in die auf Umsatz getrimmten Geschäfte.

Nach diesem Aufenthalt ging es weiter Richtung Flagstaff und von da auf den HWY 89 South. Unser Ziel war die Oak Creek Scenic Route, Eine wundervolle Strecke, die nach Sedona hinunter führt. Wäre da an diesem Tag nicht der Memorial Day-Samstag gewesen wäre. Wer weiss, was da jeweils abgeht versteht was ich sagen will. Entlang dem Oak Creek war bis Sedona praktisch jeder freie Ausstellplatz belegt. Und da schönes, wenn auch windiges Wetter herrschte, waren riesige Menschenmassen auch Achse. Nun, die Emmentaler fanden doch noch einen Ausstellplatz und das weil man bis zum Fluss einen etwas steilen und etwas steinigen Hang hinunter steigen musste. Also Getränke und Nahrung in den Rucksack, Wanderschuhe angezogen und schon kamen wir zu einem lauschigen Plätzchen wo wir es uns etliche Zeit wohl ergehen liessen.

Eigentlich hatten wir die Absicht durch Sedona durch und dann über die I17 zurück nach Flagstaff zu fahren. Doch schon vor dem Ortseingang war ruckelndes Kolonnenfahren angesagt. Ein schmucker Kreisel war unsere Rettung. Wir umkurvten ihn und fuhren die gleiche Strecke wieder zurück. Zu unserem Vorteil, denn nun sahen wir die Schlucht und die sie umgebenden Berge aus einer ganz anderen Perspektive.

Im Super 8 Flagstaff checkten wir ein und nach drei Abenden im Steakhaus war für das Dinner wieder einmal ein Denny's an der Reihe.

Wetter: Sonnig und warm, aber ein starker Wind machte die Hitze erträglich.

Gefahren: 340 Km

 

29. Mai 2011 / 7.Tag
Flagstaff – Wupatki and Sunset Crater Volcano NM – Tuba City

Während ich diese Zeilen schreibe knirscht der Sand noch immer zwischen meinen altersbedingt übrig gebliebenen Zähnen. Das Wetter wäre heute nämlich wunderbar gewesen, die Sonne gab alles und schien den ganzen Tag. Wunderbarer blauer Himmel also, wenn nur nicht dieser orkanartige Wind gewesen wäre, denn man musste schon ein wenig aufpassen, dass man bei den stärksten Böen nicht in einen torkelnden Gang wechselte.

Doch beginnen wir der Reihe nach. Das Frühstück im Super 8 von Flagstaff war absolut nicht der Hit. Klar, dass man bei einem Zimmerpreis von 66 $ für die Übernachtung nicht noch ein Gourmet-Breakfast erwarten durfte. Also wechselten wir zu Denny's über, wo wir einen Grand Slam orderten.

Unser erstes Ziel war das Sunset Crater Volcano National Monument. Erdgeschichtlich soll der Sunset Crater noch sehr jung sein, entstand er doch durch eine Eruption im Jahr 1064 n.Chr.. Nach dem Besuch des Visitor-Centers wanderten wir über den 1,8 Meilen langen Lava-Flow-Trail, der durch ein landschaftlich interessantes Gebiet des Parks führt.

Weiter ging es auf der Parkstrasse zum Wupatki National Monument. Unterwegs sahen wir am Strassenrand Feuerwehrfahrzeuge aufgereiht und in nicht allzu weiter Entfernung Rauch aufsteigen. Wir gehörten wohl zu den Letzten, die diese Stelle passieren konnten, denn im Wupatki-Visitor-Center sagte man uns, dass die Strasse ab sofort gesperrt sei. Später sahen wir, dass das Feuer, wohl angefacht durch den starken Wind, merklich an Grösse zugenommen hatte.

Das Wupatki NM ist eine äusserst weitläufige Anlage, die mehrere Puebloruinen umfasst. Es wird geschätzt, dass im Jahr 1180 ungefähr 2'000 Menschen in diesem Gebiet lebten. Das grösste Pueblo in der Nähe des Visitor-Centers umfasste auf drei Geschossen ungefähr 100 Räume. Auch hier gab es verschiedene mehr oder weniger lange Wanderungen zu den einzelnen Ruinen.

Das letzte Ziel des Tages war der Coal Mine Canyon in der Nähe von Tuba City. Nachdem es letztes Jahr regnete wollte ich vom Sonnenschein profitieren und noch einige bessere Bilder dieses farbenprächtigen Canyons machen. Ja, oben schien die Sonne, aber auf der Erde unten tobte in dieser Gegend ein Sandsturm der es in sich hatte. Zwischen Milemarker 136 und 137 am HWY 264 ist die Abzweigung und dann rechts neben der Windmühle vorbei und schon ist man da. Allerdings konnte man kaum erkennen wo diese Abzweigungen waren. Helga zog es vor im Auto zu warten, während ich mich in die tobende Natur hinaus wagte um doch noch zu einigen Aufnahmen zu kommen. Wie Stecknadelstiche fühlten sich die durch die Luft gewirbelten Sandkörner an und man konnte die Kamera kaum ruhig halte. Nichts da von auf den Sitzbänken verweilen und die Wunder der Natur bestaunen.

In Tuba City bezogen wir wie im Vorjahr im Quality Inn Navajo Nation Quartier und das Dinner gab es im hoteleigenen Restaurant. Eigentlich glaubten wir schon um halb fünf Uhr im Hotel zu sein. Aber wieder einmal haben wir vergessen, dass bei den Navajos die Uhren anders ticken und es bereits halb sechs Uhr war.

Gefahren: 222 Km